Bayerischer Schulräteverband


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Protokoll zur 77. Sitzung des Landesschulbeirates am 08. November 2012 im Kultusministerium München


Autor: Kuen, aktualisiert am 24.06.2013 / Hits: 382

Teilnehmer: u. a. Jürgen Eusemann, Günther Holz

Leitung: Dr. Peter Müller

Dauer: 10.00 – 13.30 Uhr

 

Wichtigste Inhaltspunkte:

  1. Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle berichtete ca. 30 Min lang von der gestrigen Haushaltssitzung des Bayerischen Landtages. Der neue Doppelhaushalt 2013/14 wird 10,6 Milliarden Euro betragen. Das Bildungsbudget beinhaltet 93 % Personalkosten. Im neuen Haushalt sind derzeit 371 neue Lehrerstellen vorgesehen (noch ohne genaue Zuordnung). Als Modellversuch stellte der Minister den Einstieg in die integrierte Lehrerreserve im Gymnasium vor.

Weitere Fakten: derzeit besuchen 27 % der Jugendlichen die Mittelschulen (Steigerung) und ca. 40 %  das Gymnasium.

 

  1. Weiterentwicklung des Gymnasiums (Walter Gremm)
  2.  

Eckdaten:

  • Übertrittsquote bayernweit: ca. 40  (2004/05: 35,9 )
  • Gestiegene Heterogenität der Schülerschaft
  • Gesunkene Zahl der Pflichtwiederholer (ca. 2 )
  • Rückgang der Abgänger und Schulartwechsler
  • Spitzenposition beim Ländervergleich (Qualität!)

 

Modellprojekte 2011/12: Übergänge und Qualitätssicherung 

 

Zentrale Handlungsfelder 2012/13:

 

  1. Unterrichtsausfall

Sicherung der Unterrichtsversorgung, Reduzierung des ersatzlos ausgefallenen Unterrichts (2010/11 3,9 %; 2011/12 2,9 %), zusätzliche 250 Stellen für mobile Reserven; Einstieg in die integrierte Lehrerreserve an 25 staatlichen Gymnasien, Ausweitung bis 2014/15 an allen staatlichen Gymnasien

  1. Entlastung der Lehrpläne

2011/12: Evaluation des Lehrplans

Bis 2015: LehrplanPlus (Neukonzeption der Lehrpläne aller Schularten)

Stoffkürzungen in 11 von 25 Fächern (z. B. Geschichte, moderne Fremdsprachen)

  1. Individuelle Förderung:

Ausgangslage in der Mittelstufe: 

  • Fächervielfalt
  • Weniger Unterrichtszeit für einzelne Fächer
  • Problem der nachhaltigen Wissenssicherung
  • Zeitkonflikte für Schüler

Erfolg: „Für den Schüler mehr Zeit – nicht für das System!“

Grundzüge:

  • Schulspezifisches Konzept zur individuellen Förderung
  • Frühwarnsystem mit Beratung
  • Flexibilisierungsjahr (Erweiterung der individuellen Lernzeit in der Mittelstufe)
  • Intensivierungsstunden (Erhöhung der Stundenzahl in den Kernfächern)

Flexibilisierungsjahr:

2 Varianten:

  1. Entscheidung am Ende der Jgst. 8,9 oder 10 die bereits bestandene Jgst. erneut zu belegen – mit reduzierter Fächerzahl und zusätzlichen Förderangeboten (nicht nur Mängelverhinderung sondern auch Stärkung der persönlichen Stärken z. B. Jugend forscht)
  2. Konzept für 2 Schuljahre (sich bereits in der 7. Jgst. für die 8. Jgst. In zwei Jahren entscheiden)

Anmerkung: Das Collage-Jahr (ein Jahr der Uni vorgeschaltet) wird in Bayern nicht kommen.

 

  1. Sachstand zum Lehrplan-Informationssystem und zum neuen GS-Lehrplan

(Dr. T. Sachsenröder; Fr. Wilhelm)

 

Rückblick:

 

zeitliche Planung:

 

2010/11

2011/12

2012/13

Lehrplan

Vorbereitung Kommissionsarbeit

Kommissionsarbeit

1. Jahr

Kommissionsarbeit

2. Jahr

Fortbildung

 

kompetenzorientierter Unterricht

kompetenzorientierter Unterricht

 

vorangegangen ist eine Onlinebefragung zum aktuellen Lehrplan

Besetzung von 12 Fachkommissionen mit 58 Mitgliedern
 

Einführung des neuen GS-Lehrplans:

2014/15:               1. und 2. Jahrgangstufe

2015/16:              3. und 4. Jahrgangstufe

 

Überlegungen zur neuen Stundentafel:

a) die Wo-Std-Tafel wird nicht erhöht, eine Angleichung wird kommen:

 

1. Jahrgangstufe              bisher: 23 Wo-Stunden                neu: 24 Wo-Stunden

2. Jahrgangstufe:            bisher: 24 Wo-Stunden                neu: 24 Wo-Stunden

3. Jahrgangstufe:            bisher: 28 Wo-Stunden                neu: 28 Wo-Stunden

4. Jahrgangstufe:            bisher: 29 Wo-Stunden                neu: 28 Wo-Stunden

 

(Diese Wo-Stunde wird im Fach Werken und Gestalten von der 4. Jgst auf die 1. Jgst. verschoben.)

b) Die geforderten Kompetenzen werden am Ende der 2. und am Ende der 4. Jahrgangstufe eingefordert. (Welche Kompetenzen müssen Kinder am Ende der 2. Klasse können?)

c) Kompetenzorientierung:

Bayerische Kompetenzdefinition

Kompetent ist eine Person, wenn sie bereit ist, neue Aufgaben- oder Problemstellungen zu lösen,

und dieses auch kann.

Hierbei muss sie Wissen bzw. Fähigkeiten erfolgreich abrufen, vor dem Hintergrund von Werthaltungen reflektieren sowie verantwortlich einsetzen.

„Kompetenzen werden nicht unterrichtet, sie werden von den Schülern erworben.“

 

Gliederung des neuen GS-Lehrplans:

Kapitel:

  1. BayBL (Leitlinien des gemeinsamen Bildungsverständnisses und einer gemeinsamen Sprache)
  2. Bildungs- und Erziehungsauftrag der GS
  3. fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsziele (29 gültige fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsziele)
  4. Fachprofile (u. a. Kompetenzstrukturmodelle, Aufbau des Fach-LP)
  5. Grundlegende Kompetenzen (Jgst-profil)
  6. Fachlehrplan
  7. Zusatzinformationen im LIS (Lehrplan-Information-System)
  8.  

Ausblick:

+ Fortsetzung der Arbeit in verschiedenen Gremien

+ Klärung offener Fragen (u. a. Subtraktionsverfahren, Schrift)

+ VSO-Änderung (Änderung der Stundentafel zum 01.08.2014)

 

Das Lehrplan-Information-System (LIS)

LehrplanPlus

alle bayerischen Lehrpläne für alle Schularten werden vom ISB (in Verbindung mit einer Software-Firma, Anfangskosten 200 000 €) online gestellt.

Darin enthalten sind alle Fachlehrpläne nach Jahrgangstufen geteilt, mit Aufgabenbeispielen und Materialien versehen (z. B. auch Förderung für Inklusion)

Hierbei gibt es viele Möglichkeiten: Drucken, Suchsystem, Vergleichsmöglichkeiten, Zusammenstellung von Klassen-Lehrplänen, usw.. 

Jürgen Eusemann als Vorsitzender des Schulräteverbandes Bayern lobte Hr. Sachsenröder und dessen Team für die kompetente und übersichtliche Aufbereitung dieses neuen Lehrplans.

09.11.2012   G. Holz, Schulamt Pfaffenhofen, Schatzmeister Bayerischer Schulräte-Verband



Material & Hinweise


Protokoll Landesschulbeirat (157 KB)
[2012-11-08]

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