Bayerischer Schulräteverband


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Gratulationsschreiben des Landesvorsitzenden an die neue politische Führungsspitze des Bayerischen Kultusministeriums


Autor: Kuen, aktualisiert am 06.06.2018 / Hits: 429

Neumarkt, 27.03.2018

Sehr geehrter Herr Staatsminister,

zu Ihrer Ernennung zum Staatsminister für Unterricht und Kultus gratuliere ich Ihnen im Namen des bayerischen Schulräteverbandes sehr herzlich. Als Vorsitzender des bayerischen Schulräteverbandes wünsche Ihnen Gesundheit und Schaffenskraft für Ihr neues Amt und bei der Bewältigung der bevorstehenden, verantwortungsvollen Aufgabe viel Kraft und Erfolg. Ich hoffe, es ergibt sich schon bald die Gelegenheit, bei einem Gesprächstermin mit Vertretern des Verbandes auch noch einmal persönlich zu gratulieren und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Staatsministerium unter Ihrer Leitung.

Fast zeitgleich wurden die Ergebnisse des Obersten Rechnungshofes zu den Aufgaben der Schulaufsicht veröffentlicht. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und zentrale Punkte in aller Kürze ansprechen. Ein Teil der Inhalte wurde Seitens des Staatministeriums bereits in Auszügen bekannt gegeben und bewertet, erste Maßnahmen wurden angekündigt. Die Schreiben liegen dem Verband vor. Vor dem Hintergrund der gesamten Untersuchungsergebnisse ergeben sich für den Schulräteverband jedoch einige Abweichungen in der Wahrnehmung und Bewertung.
Zunächst muss ich die Schlussfolgerung, die Schulaufsicht würde ihre schulaufsichtlichen Aufgaben nicht hinreichend wahrnehmen und zu viel Zeit für Verwaltung verwenden mit allem Nachdruck zurückweisen. Die Schulräte an den Schulämtern nehmen das gesamte Aufgabenspektrum mit hohem Berufsethos und Engagement wahr. Dies zeigte sich nicht zuletzt bei der Organisation der Flüchtlingsbeschulung, der Initiierung vielfältiger Maßnahmen im Rahmen der Inklusion und Fortbildung, der fachlichen Unterstützung der Schulleitungen oder der Einführung der neuen Lehrpläne, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Dazu kommen hohe Ansprüche von Seiten der Eltern und der Öffentlichkeit.

Aufgabenkritik und Spezialisierung sind zwei gerne aufgegriffene Lösungsansätze in diesem Kontext. Im Ergebnis werden sie den komplexen Herausforderungen meist nicht gerecht. In vielen Fällen bedeuten sie eine Verlagerung von Arbeit auf andere Ebenen, die zum Teil bereits hoch belastet sind.
Dass sich die einzelnen Aufgaben hinsichtlich Umfang und Aufwand deutlich unterscheiden. liegt in der Natur der Dinge. Auch vermeintlich kleine Aufgaben können eine zentrale Bedeutung haben und bedürfen damit einer sorgfältigen Erledigung. Verwaltung ist letztlich ein notwendiger integraler Bestandteil, der in der Umsetzung vor allem bezüglich der technischen Instrumente sicherlich noch optimiert werden kann.

Der Aussage, kleine Schulämter seien personell nicht hinreichend ausgestattet, kann ich hingegen umfassend zustimmen. Damit wird eine zentrale Forderung des Schulräteverbandes nach sachgerechter personeller Ausstattung bestätigt und untermauert. Das Staatsministerium hat bereits zehn neue Stellen in Aussicht gestellt. Dafür danke ich sehr. Wichtig wären nun eine dauerhafte Verankerung im System und ein endgültiger Verzicht auf den Stelleneinzug.

Bei aller Wertschätzung der Arbeit des Obersten Rechnungshofes möchte ich abschließend noch einen kritischen Blick auf die Fragestellungen und Werkzeuge richten, mit denen die Datenerhebung erfolgte. Die internen Rückmeldungen der betroffenen Schulämter zeigen, dass die erhobenen Daten bestenfalls sehr grobe Schätzungen wiedergeben können. Pädagogische und fachliche Arbeit, Beratungen oder Kriseninterventionen sind in vielen Fällen schwer, oft gar nicht quantifizierbar. Häufig waren sinnvolle Antworten durch die Art der Fragestellung kaum möglich bzw. nicht mit einem zu vertretenden Zeitaufwand zu erzielen. Daraus den Schluss abzuleiten, dass die Schulämter ineffektiv arbeiten würden, deckt sich nicht mit der faktischen Leistung der Schulaufsicht und ist vor der Umsetzung struktureller Änderungen dringend zu hinterfragen.

Sehr geehrter Herr Staatsminister, ich bitte um Berücksichtigung der Anregungen und freue mich auf einen konstruktiven Dialog.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Lang
Landesvorsitzender

 



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